Video clip "Vorsicht: Ansichten", latest work presented at Nikon Image House, available in english, french and german in October 2000.

 

 

 

 

 

Thomas Rehsteiner
Tgampi Saura 13
sot crepla
7083 Lantsch/Lenz (Switzerland)
phone: 0041/81 637 10 12
e-mail: thomas@rehsteiner.com
 

born 1st March 1961 in Zurich

1991/92 Slade School of Fine Art London, Masterclass Media Fine Art


1989
Group show "Gegensätze im Rosshof" at Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum University of Basle, Basle


1991
One man show ZOKU, Zurich


1992
Group show Slade School of Fine Art, London


1993
One man show "Closer-up" Galerie Gisèle Linder, Basle
Participation at "Kunstszene Zürich", Zurich


1994
Group show Galerie Gallerino, Lucerne
Group show "Portraits d'un portrait", Galerie Gisèle Linder, Basle (catalogue)
One man show "Körper Raum" PDMM, Zurich
Group show at Zürcher Obergericht, Zurich


1995
Group show X der andere Raum, Basle (ART Basel 1995)
One man show foto-galerie, Zurich
Group show Atelier XS! Gallery, Basle
Participation at "Kunstinventar Zürich", Zurich


1996
One man show martha stevns gallery, Fressingfield
Participation at "Kunstszene Zürich", Zurich


1997
One man show Galerie G26, Berne
One man show "Erste Garagen Schau / The First Garage Show", Zurich


1998
Presentation Michelangelo, Basle
One man show "Zweite Garagen Schau / Second Garage Show", Zurich


1999
One man show Galerie Wolfbach, Zurich
One man show Nikon Image House, Zurich/Küsnacht
(Video clip available shortly)


2000
Group show MossART, Mosset
One man show "Dritte Garagen Schau / The Third Garage Show", Zurich

 

bibliography


"Portraits d'un portrait", catalogue Gisèle Linder, Basle
X3"Berlin 92" Edition III/III and 30/30, Galerie X der andere Raum, Basle
Prof. Peter Weiermair "Die Geschichte des männlichen Akts in der Fotografie" (to be published 2000)
Thomas Rehsteiner "A Passion for Man", Monograph (see "
flash - work in progress") to be published in spring 2001
Video Clip "Vorsicht: Ansichten" October 2000

 

geboren 1. März 1961 in Zürich

1991/92 Slade School of Fine Art London, Masterclass Media Fine Art


1989
Gruppenausstellung "Gegensätze im Rosshof" im Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum der Universität Basel, Basel


1991
Einzelausstellung ZOKU, Zürich


1992
Gruppenausstellung Slade School of Fine Art, London


1993
Einzelausstellung "Closer-up" Galerie Gisèle Linder, Basel
Teilnahme an der "Kunstszene Zürich", Zürich


1994
Gruppenausstellung Galerie Gallerino, Luzern
Gruppenausstellung "Portraits d'un portrait", Galerie Gisèle Linder, Basel (Katalog)
Einzelausstellung "Körper Raum" PDMM, Zürich
Gruppenausstellung am Zürcher Obergericht, Zürich


1995
Gruppenausstellung X der andere Raum, Basel (ART Basel 1995)
Einzelausstellung foto-galerie, Zürich
Gruppenausstellung Atelier XS! Gallery, Basel
Teilnahme am "Kunstinventar Zürich", Zürich


1996
Einzelausstellung martha stevns gallery, Fressingfield
Teilnahme an der "Kunstszene Zürich", Zürich


1997
Einzelausstellung Galerie G26, Bern
Einzelausstellung "Erste Garagen Schau / The First Garage Show", Zürich


1998
Einzelpräsentation Michelangelo, Basel
Einzelausstellung "Zweite Garagen Schau / Second Garage Show", Zürich


1999
Einzelausstellung Galerie Wolfbach, Zürich
Einzelausstellung Nikon Image House, Zürich/Küsnacht (Video clip bald erhältlich)


2000
Gruppenausstellung MossART, Mosset
Einzelausstellung "Dritte Garagen Schau / The Third Garage Show", Zürich

 

bibliografie


"Portraits d'un portrait", Katalog Gisèle Linder, Basel
X3"Berlin 92" Edition III/III und 30/30, Galerie X der andere Raum, Basel
Prof. Peter Weiermair "Die Geschichte des männlichen Akts in der Fotografie" (voraussichtliche Publikation 1999)
Thomas Rehsteiner "A Passion for Man", Monographie (siehe
"flash - work in progress") (erscheint Frühjahr 2001)
Video Clip "Vorsicht: Ansichten" Oktober 2000

 

 

 

 

 

 

 

Eisenskulptur - Photographie: Gallerino, Luzern, 25. April 1994

Körper Raum: PDMM, Zürich, 20. August 1994

Galerie im Obergericht, Zürich, 15. Oktober 1994

Men and facets of the unreal: gallery im Obergericht, Zurich: 11th November 1994

Faszination: foto-galerie Klubschule Mirgros, Zürich, 25. Juli 1995

Fascination: foto-galerie Klubschule Mirgros, Zürich, 25th July 1995

Surface Value: martha stevns gallery, Fressingfield U.K., 12. Februar 1996

Surface Value: martha stevns gallery, Fressingfield U.K., 12th February 1996

Body Sensation: Galerie Wolfbach, Zürich, April/July 1999

Vorsicht: Ansichten: Nikon Image House, Küsnacht/Zürich, September/Oktober 1999

Video clip "Vorsicht: Ansichten", latest work at Nikon Image House, available shortly

 

 

 

 

Eisenskulptur - Photographie

Press Release 25. April 1994

 Die neue Austellung bei Gallerino, Luzern, zeigt Skulpturen des Baslers Andy Spichty und vorwiegend grossformatige Schwarz-weiss-Aufnahmen des Zürcher Künstlers Thomas Rehsteiner. Spichtys bevorzugtes Material ist Eisen, und unwillkürlich stellt sich die Frage der Gewichtung: sind Eisenskulpturen nicht zu massiv und schwer, um die Photographien nicht zu erdrücken?

Rehsteiners Aufnahmen haben den Körper oder Details davon zum Thema. Vor allem die stark ausgeleuchteten Torsos und die durch den Lichteffekt abstrahierten Gesichter wirken beinahe skulptural. Die grossporige Struktur der Haut oder einzeln erkennbare Haare in den überlebensgrossen Aufnahmen erzeugen den Wunsch zu berühren, über das Detail das Ganze erfassen zu können, das, was verschwiegen, nicht gezeigt wird. "Der wiedergegebene und gezeigte Körper ist ein Zeichen, das auf etwas anderes hindeutet, auf eine Abwesenheit, die gemeint ist, auf eine Bedeutung, die durch das Abbild des Körpers ausgedrückt werden soll, es aber nicht kann" (Aurel Schmidt).

 
Twinkle I

 
Rushdam II
Der Mensch, die ungezählten Möglichkeiten im Ausdruck eines Körpers im Moment der Aufnahme haben Rehsteiner seit langem fasziniert: Nähe in einer Grossaufnahme, die gleichzeitig Distanz und Verschlossenheit impliziert, der Eindruck von Stärke in einer bestimmten Körperhaltung, die eine Schwäche vermuten lässt. Die Photographien geben keine Lösung - und darin liegt ihre Stärke. - Die meisten Bilder sind schwarz-weiss, eine aussergewöhnliche 8-teilige Serie "Places - Content - Meaning" ist in Farbe. Aussergewöhnlich ist die Serie insofern, als sie dem Betrachter das Subjekt vorenthält. Was wir sehen ist der Hintergrund in Farbe, die Hauptperson fehlt, nur der Umriss einer weissen Figur, sitzend, stehend oder in Bewegung ist erkennbar. Wie steht die Person in Relation mit den Örtlichkeiten? Kein Gesichtsausdruck, der uns hilft, eine Verbindung herzustellen, eine Stimmung abzulesen. Ist die wechselnde Körperhaltung relevant für den jeweiligen Bildinhalt? Die Interpretation liegt beim Betrachter.

Spichty's Skulpturen erzählen eine Geschichte, und bei den meisten darf geschmunzelt werden. Fundobjekte, sei es ein verrostetes Rad, ein "Leiterwägeli", eine alte Mistgabel oder ein Stein können den Ausgangspunkt für eine Konstruktion bilden. Ein neues Stück Eisen wird dazu geschmiedet; die Idee konkretisiert (und verändert) sich oft erst beim Arbeiten im Atelier, beim rhythmischen Hämmern an der Esse, wo das elastisch verformbare Material Gestalt annimmt; ein neues Wort wird dazugefügt in Form eines zusätzlichen Elementes bis am Schluss der ganze Satz lesbar ist. Allerdings muss man sich Zeit nehmen, die Geschichte zu "lesen", sonst mag man den voreiligen Schluss ziehen, dass die Skulptur mit dem Katzenschädel zum Beispiel morbid sei und nur mit dem Tod zu tun habe. Sie hat aber sehr stark mit dem Leben zu tun (den neun Leben gar), mit der Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit der Katzennatur, die wir Menschen so gern verniedlichen. - Bewegung und Beweglichkeit sind wesentlich in vielen Arbeiten (es darf berührt werden!), sie sind zum Teil auf Rädern montiert oder einzelne Teile sind bewegbar. Diese Werke sind nicht für die Ewigkeit geschaffen: Leben - Tod - Vergänglichkeit sind Themenkreise, mit denen wir in Spichtys Arbeiten konfrontiert sind. Das Schaffen von Gleichgewicht ist ein anderes zentrales Problem, mit dem sich Spichty in seinen Konstruktionen auseinandersetzt, reflektierend über den Menschen in seiner ständigen Suche nach Ausgleich.

Die Leichtigkeit und der Humor der Eisen-Konstruktionen von Spichty und die Plastizität der Photographien von Rehsteiner halten sich die Waage in der Ausstellung bei Gallerino.

Martha Stevns


Ausstellungsdauer: 6. Mai - 28. Mai 1994, geöffnet Mo - Fr 13.30 - 18.30 h, Do 13.30 - 21.00 h, Sa 9.00 - 16.00 h

 

 

 

 

K ö r p e r R a u m

Presse Release Zürich, 20. August 1994

     

A la recherche de l'homme perdu I - III

Die Fotografie-Ausstellung des Zürcher Künstlers Thomas Rehsteiner an der Rieterstrasse 30, Zürich, konfrontiert den Betrachter mit zum Teil überlebensgrossen Aufnahmen von Männern, Frauen und Kindern: Gesichter, Torsos, der Körper nackt fotografiert oder bekleidet, Menschen posierend oder überrascht im Moment völliger Versunkenheit. Die meisten Bilder sind schwarz-weiss, eine aussergewöhnliche mehrteilige Serie "A la Recherche de l'Homme perdu" ist in Farbe. Aussergewöhnlich ist die Serie insofern, als sie dem Betrachter das Subjekt vorenthält. Was wir sehen ist der farbige Hintergrund einer Gebirgslandschaft, die Hauptperson fehlt, nur der Umriss einer weissen Figur in wechselnder Pose ist erkennbar. Wie steht die Person in Relation mit der Örtlichkeit? Kein Gesichtsausdruck, der uns hilft, eine Verbindung herzustellen, eine Stimmung abzulesen. Ist die wechselnde Körperhaltung relevant für den jeweiligen Bildinhalt? Die Interpretation liegt beim Betrachter.

In den grossformatigen Schwarz-weiss-Aufnahmen wirken die durch Lichteffekte abstrahierten Gesichter und die stark ausgeleuchteten Torsos skulptural. Die grossporige Struktur der Haut oder einzeln erkennbare Haare in den überlebensgrossen Aufnahmen erzeugen den Wunsch zu berühren, über das Detail das Ganze erfassen zu können, das, was verschwiegen, nicht gezeigt wird: Nähe - Distanz, Wärme - Kälte, Geborgenheit - Verlorenheit, Schutz - Ausgeliefertsein, Stärke - Schwäche. Die Fotografien geben keine direkte Lösung - und darin liegt ihre Stärke.

Der Mensch und die ungezählten Möglichkeiten im Ausdruck des Körpers im Moment der Aufnahme, aber auch die subtile Umsetzung von Emotionen in eine Bildsprache haben Rehsteiner seit Beginn seiner Laufbahn als Künstler fasziniert. 1991 entschied er sich für eine formale Ausbildung an der Slade School of Fine Art in London, wo multimediale Arbeiten und Fotografie im Vordergrund standen. Mehr und mehr verlegte sich der Schwerpunkt auf Fotografie, weil da eine direkte Konfrontation mit dem Gegenüber im Prozess des Fotografierens stattfindet.

Ein Unbekannter im Tram, ein Pianist im Konzertsaal, ein Kind auf dem Spielplatz, ein Tänzer in einer Balletaufführung, das Gesicht einer Bekannten, der Tod von Freunden - sie alle können den Ausgangspunkt einer Arbeit bilden. Am Anfang ist die Faszination, dann setzt der Prozess des Ergründens durch die Kamera ein. Manchmal geleitet von einer Idee, dann wieder offen für den Zufall erforscht Thomas Rehsteiner den Menschen: Licht und Schatten kreieren Plastizität und ungeplante Effekte, ein Stück Haut entwickelt in seiner Grossporigkeit ein Eigenleben, eine bestimmte Körperhaltung wird lesbar als abweisend wo doch Offenheit erwartet war.

Martha Stevns

2. bis 24. September 1994, geöffnet Di - Fr 13.30 - 18.30 Uhr, Sa 11.00 - 16.00 Uhr

 

 

 

 

Ausstellung in der Galerie im Obergericht, Zürich

Presse Release Zürich, 15. Oktober 1994

Die neue Ausstellung in der Galerie im Obergericht, Zürich, zeigt Arbeiten von zwei Zürcher Künstlern: Objekte von Margrit Schärli und vorwiegend grossformatige Schwarz-weiss-Fotografien von Thomas Rehsteiner.

Rehsteiners Aufnahmen in dieser Ausstellung haben durchwegs den Mann zum Thema: verschiedene Porträts, eine 8-teilige Serie betitelt "Where is the third Man?", stark ausgeleuchtete skulptural wirkende Torsos und als Ausnahme in Farbe die Serie "Places-Content-Meaning", in der das Subjekt vorenthalten wird. Was wir hier sehen, ist der Hintergrund in Farbe, die Hauptperson fehlt, nur der Umriss einer weissen Figur, sitzend, stehend oder in Bewegung ist erkennbar. Wie steht die Person in Relation mit den Örtlichkeiten? Kein Gesichtsausdruck, um eine Verbindung herzustellen, eine Stimmung abzulesen. Ist die wechselnde Körperhaltung relevant für den jeweiligen Bildinhalt und dessen Interpretation? Das Problem der "Lesbarkeit" stellt sich aber auch bei den Schwarz-weiss-Fotos. Das Nicht-Vorhandene macht Agression spürbar in den Fotografien, begründet in der Unmöglichkeit, das sichtbar zu machen, was man nicht sieht, Momente festzuhalten, die unwiderruflich der Vergangenheit angehören. Die grossporige Struktur der Haut oder einzeln erkennbare Haare in den überlebensgrossen Aufnahmen erzeugen den Wunsch zu berühren, über das Detail das Ganze erfassen zu können, das, was verschwiegen, nicht gezeigt wird. Nähe in einer Grossaufnahme, die gleichzeitig Distanz und Verschlossenheit impliziert, der Macho-Ausdruck einer bestimmten Körperhaltung, die eine Schwäche vermuten lässt. Die Fotografien geben keine Lösung - und darin liegt ihre Stärke.

 
Think

An beiden Enden des langen Ausstellungskorridors im Obergericht beginnt die farbige Welt der Margrit Schärli, ein starker Kontrast zu den gezeigten Fotografien. Die bunten Papiermaché Objekte sind konstruiert aus mehrfach verkleistertem Papier, innen gestützt von Draht, Holz oder Karton und bemalt in klaren, eindeutigen Farben. Es sind Farbzeichen, an den Wänden befestigt, oder von der Decke hängend, die den gegebenen Raum in etwas Neues verwandeln. Einzelne Objekte erinnern an die Pflanzen- und Tierwelt, an Utensilien aus dem Alltag, Formen aus einem Science Fiction Buch. Phantasie und Wirklichkeit in positiver Nähe zueinander. Keines dieser Gebilde ist aber wirklich benennbar oder etwas Vertrautem zuzuordnen, es sind Symbole, die aber nur für sich selbst stehen. Hier ist eine real irreale Welt, die den Betrachter beim Durchschreiten in ein Märchenland schweifen lässt oder mit der Tatsache des "Andern" konfrontiert, mit dem was nicht benennbar aber überall vorhanden ist.

Martha Stevns

26. Oktober bis 16. Dezember 1994, geöffnet Mo - Fr 7.30 - 11.45 und 13.30 - 17.00

 

 

 

 

Men and facets of the unreal

Translation (Zürichsee-Zeitung 11th November 1994)

Zurich - At the gallery im Obergericht Zürich the works of two Zurich artists are shown until 16th December 1994: objects by Margrit Schärli and predominantly large scale black and white photographs by Thomas Rehsteiner.

Rehsteiner's imagery within this exhibition is solely concerned with men: different portraits, a series titled "Where is the third Man?", strongly lit, sculpturous torsos and the series "Places-Content-Meaning", an exception to the rule, a work in colour, in which the subject is missing. We are confronted with a background in colour, the person is absent, only the silhouette of a white figure, seated, standing up or in motion can be distinguished. What is the relation between the person and the environment? No facial expression gives us a clue to an emotional state of mind. Is the change of gesture relevant to the content of the picture or its interpretation?

 
Surfacevalue II

The question of how to "read" Resteiner's work also arises in his black and white pictures. What is left out makes anger transcend from these photographs substantiated by the fact of the virtual impossibility of making visible what is invisible, to capture moments which have irrevocably gone by. The detailed structure or single hair contrasted sharply against the skin in the over life size frames evoke the desire to touch, to get a grasp of the whole through the detail, this whole which is not depicted and not spoken of. Closeness in a large format print that implies distance and reserve while the macho expression in a certain pose presumably covers weakness. The photographs do not give a solution - and that is their strength.

 
Remember Mother well

Facets of the unreal

At both ends of the exhibition corridor at the Obergericht we walk into the world of Margrit Schärli, a strong contrast to the photographs on show. The colourful objects made of Papiermaché are constructed of several layers of paper glued together, supported with wire, wood or carton and painted in bright, direct colours. They are colour signs stuck to the wall or hanging from the ceiling which change the given space into something new. Some objects remind us of the worlds of plants or animals, tools for daily use or shapes out of a science fiction novel. Phantasy and reality melted into positive synergy. If we were to bring some order into these creations, none of them can actually be named or related to something known. They are symbols for themselves. Here we are in a real unreal world which lets the visitor walk the bounderies of a fairy land to be confronted with the fact of the "other" which has no name but is ever present.

Martha Stevns


 

 

 

Faszination


Fascination

 

Media Release Zürich, 25. Juli 1995

Die Aufnahme, welche der Fotografie-Ausstellung von Thomas Rehsteiner in der foto-galerie der Klubschule Migros Limmatplatz den Titel gegeben hat, kann als Programm verstanden werden, als Schlüssel zum Verständnis des Werkes. Es ist nicht auf den ersten Blick klar, dass wir eine männliche Figur von hinten fotografiert vor uns haben. Der rechte Arm gebeugt über den Kopf erhoben, die Hand im langen Haar, der andere in beinahe unnatürlicher Verdrehung diagonal über den Rücken gehalten und die rechte Seite des Oberkörpers sind stark ausgeleuchtet, während der Rest zum Teil im schwarzen Hintergrund verschwindet. Das Faszinierende an diesem Bild ist das Nicht-Gezeigte, das Nicht-Ausgesprochene: wir sehen keinen Gesichtsausdruck, keine Details; die Person ist abgewendet - und ist trotzdem präsent mit einer stark erotischen Ausstrahlung.
Die meisten der gezeigten Arbeiten sind schwarz-weiss und haben den männlichen Körper zum Thema oder Teile davon. Mit seiner Kamera erforscht und berührt Rehsteiner den Körper und versucht, in jedem Bild das Essentielle und Einzigartige der Person zu erfassen und in seine Bildsprache, die auch Gefühlssprache ist, umzusetzen. Die Frage, wie nahe die Fotografie schliesslich an das herankommt was er während des Fotografierens mit dem Gegenüber erlebt hat, ob sie Authenzität reflektiert, ist ausschlaggebend beim Entscheid über die "Brauchbarkeit" eines Bildes. Das ganze Spektrum von Energie über Enthusiasmus, Begeisterung, Glück bis zu Agression und Frustration kommt in den Bildern Rehsteiners zum Ausdruck.
Die Serie "Surface Value" zeigt stark kontrastierte Fragmente des Körpers: ein Oberarm, eine Schulter, ein liegender Torso, Beine, usw. Es sind abstrahierte Körper-Landschaften, die dem Betrachter Möglichkeiten zur Interpretation offenlassen. Eine in Bezug auf den Körper bildlich reduzierte aber nicht weniger aussagekräftige Sprache wird hier verwendet.
Zwei Serien sind in Farbe: "Places-Content-Meaning" und "Berlin 92". In der ersten fehlt überall die Figur: sie ist ausgeschnitten und weiss unterlegt. Geht es hier um die Person oder die Örtlichkeiten oder um die Relation zwischen beiden? - Die zweite Serie zeigt Fragmente von Berlin: eine Hausfassade, ein Strassenzug, ein Fenster-Ausblick - Ausschnitte, Momentaufnahmen einer Grossstadt welche in präziser Bildsprache die Vielschichtigkeit dieser Metropole auf sehr persönliche Art einfangen.
Die Konfrontation mit dem Fragmentierten, die Möglichkeit, Teile als Ganzheit zu sehen und gleichzeitig mehr als das Offensichtliche in den Bildern zu finden, machen die Ausstellung zu einem faszinierenden Erlebnis.

Martha Stevns

 

31. August bis 15. November 1995, geöffnet Mo - Fr 10.00 - 21.00, Sa 9.00 - 12.00


 

 

 

Fascination


Hommage à Francis Bacon II

 

Media Release Zurich, 25th July 1995
(Translation)

The image which renders its title to Thomas Rehsteiner's exhibition of photographs at the foto-galerie Klubschule Migros Limmatplatz can be taken as guide line, a key to the understanding of the work. It is not clear at first site that we are confronted with a male figure, photographed from the rear. His right arm bent over the head, the fingers woven into his hair, the other twisted almost unaturally held across the back. While the right side of his torso is highly exposed, the rest of the body disappears into a dark backdrop. Fascinating about this picture is what is not shown, what is not said: we do not see facial expression, no detail; the person is turned away from us - but is still present with a strongly erotic charisma.
Most works on show are black and white with the male body or parts of it as their subject. With the camera Rehsteiner explores and touches the body, trying to catch the essential, the uniqueness of the person in each photograph thereby transfering it into a language of imagery, an emotional language of his own. The question wether the photograph essentially comes close to what he experienced with the person vis-à-vis while taking the picture is crucial in deciding on the "usefulness" of a particular image. The whole range from energy to enthusiasm, inspiration, happiness to agression and frustration is present in Rehsteiner's work.
The "Surface Value" series shows highly contrasted fragments of the body: an upper arm, a shoulder, a lieing torso, a pair of legs etc.. They are abstracted landscapes of bodies which leave the interpretation to the viewer. With repect to the body the language used has been reduced but has lost none of its weight.
Two series are in colour: "Places-Content-Meaning" and "Berlin 92". Within the first the figure is missing: it has been cut out and underlayed in white. Is the person or are the surroundings the subject matter or is it both? - The second series shows fragments of Berlin: the facade of a house, a street, a view out of a window - sections, momentary pictures of a metropolis wich capture the versatility of this city with precise imagery of a very personal kind.
The confrontation with the fragmented, the possibility to see a part as the whole and to find at the same time more than the simply visible in these pictures, makes this exhibition a fascinating experience.

Martha Stevns

31st August until 15th November 1995, open Mo - Fr 10.00 - 21.00, Sat 9.00 - 12.00

 

 

 

 

Surface Value

Media Release Fressingfield, 12. Februar 1996
(Übersetzung)

Der Schweizer Fotograf Thomas Rehsteiner zeigt zum ersten Mal seine Bilder in England, in der martha stevns gallery, Fressingfield, Suffolk. Alle haben den männlichen Körper zum Thema, die meisten sind schwarz-weiss. Die Serie "Surface Value" zeigt stark kontrastierte Aufnahmen von Teilen des Körpers: eine Schulter, ein Oberarm, den Hintern und Rücken einer liegenden Figur. Es ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, mit welchem Körperteil wir konfrontiert sind oder aus welchem Blickwinkel die Aufnahme gemacht wurde. Einige wirken wie abstrahierte Landschaften, andere zeigen Körperrundungen, die Teil einer Skulptur sein könnten. Der Wunsch zu berühren, zu streicheln kommt auf. Man möchte über den Teil das Ganze kennenlernen, von der Oberfläche zu dem kommen, was sich darunter verbirgt. Die Engländer haben einen treffenden Ausdruck dafür: "There is more to it than meets the eye" (Da steckt mehr dahinter als was man sieht). Das Nichtgezeigte kann frustieren: realisieren zu müssen, dass es unmöglich ist, das Unsichtbare sichtbar zu machen, Momente festzuhalten, die unwiderruflich der Vergangenheit angehören.

 
Surface Value I

In "Faszination" spielt das gleiche Prinzip des nicht vollständig Erkennbaren: ein männlicher Torso von hinten fotografiert, die rechte Hälfte stark ausgeleuchtet, der Rest des Körpers im schwarzen Hintergrund verschwindend. Was fasziniert ist das nicht Gezeigte und doch Vorhandene: obwohl kein Gesichtsausdruck und nur wenige Details erkennbar sind, hat das Bild eine starke erotische Ausstrahlung.

Rehsteiner erforscht den Körper mit seiner Kamera und versucht das Wesentliche einer Person zu erfassen und setzt es um in seine eigene Sprache fotografischer Bilder.

Martha Stevns Gallery, Willow House, Fressingfield near Eye, Suffolk IP21 5PE England

Telefon 00441379 586 455 Fax 00441379 586 799

22. Februar bis 23. März 1996, Do - Sa 11.00 - 17.00 Uhr oder nach Vereinbarung

 

 

 

 

Surface Value

Thomas Rehsteiner (photography) Gordon Graves (Sculpture)

Media Release Fressingfield, 12th February 1996

 
Reflections in a golden eye

For the first time the martha stevns gallery, Fressingfield, shows photography. It is the work by young Swiss photographer Thomas Rehsteiner who in 1991/92 studied at the Slade School of Fine Art, London. Most photographs in the exhibition are in black and white: abstracted portraits using strong contrasts of light and shadow and the male body or parts of it.

In one photograph entitled "Fascination" the figure is seen from behind, the right half of the torso strongly lit, the rest of the body disappearing into the dark background. Fascinating about this picture - and others in the show - is what is not shown, what is unspoken: no facial expression, no details; the person turns away from us but still has a strong erotic presence. Rehsteiner explores and touches the body with his camera trying to capture the essence of a person and translate it into photographic images using his very own language.

The series "Surface Value" which gave the title to this exhibition shows highly contrasted parts of the body: a shoulder, a back, buttocks, an upper arm. It is not always clear at first sight which part of a body we are confronted with nor from which angle the photograph is taken, some of them could be landscapes: the body as a landscape to be explored. From the surface to what is beyond, from one part to the whole. What is left out in these photographs can also create frustration, the realisation that it is impossible to make visible the invisible, to capture moments which have irrevocably gone.

Taking a closer look we see in some pictures the detailed texture of the skin, its pores and finest hair - creating the wish to touch, to stroke, to get to know more via these details.

There is a sculptural quality about the photographs which relates strongly to the work by Suffolk-based sculptor Gordon Graves. At a time when sculptors are using or re-using an almost infinite range of natural and man-made materials, and installations are common, it is not so usual to find traditional carvings in stone, and even less common marble or alabaster. Therefore the marble and alabster carvings of Gordon Graves have a unique impact.

The pieces in the exhibition are quite small (20 x 20 cm) but as with all good sculpture they have a strong monumental quality and could be almost any size.

They are anything but quick fast intuitive creations. Each work not only gives the feel of caring skilful craftsmanship, but also the sense of a long ongoing deep consideration of every form and its relation to the neighbour.

Marble has the heritage of great classical achievements, and any carver will tell you of its merits, but it also has the heritage of the sweet romantic, the garden fountain and mantelpiece ephemera. Graves avoids these latter pitfalls and to some degree refers back to earlier achievements, his work has more than a hint of the classical. The lines and forms skillfully avoid the sweetness of the easy curve, something which even Arp and Matisse came close to at times. There is a sensuousness in the shapes inviting a caress which counteracts and balances the classical strength, and on occasion the erotic comes to mind. Although the origins of the works may stem from natural forms, such as the seed pod or pebble, there are also anthropomorphic suggestions and metaphors, especially in the family like groupings.

The sculpture of Gordon Graves and the black and white photographs of Thomas Rehsteiner complement one another and have a close relationship in style tone and shape.

martha stevns gallery, Willow House, Fressingfield near Eye, Suffolk IP21 5PE England

Telephone 00441379 586 455 Fax 00441379 586 799

22nd February until 23rd March 1996, Thu - Sa 11.00 - 17.00 and by appointment

 

 

 

 

Body Sensation

Sensation als Sinnlichkeit. Sensation als Berührbarkeit und Berührtheit. Sensation in der Lust. Sensation als Fühlen. Sensation im vergänglichen Augenblick.
In der Ausstellung der Galerie Wolfbach hat der Foto-Künstler Thomas Rehsteiner diese Körper Sensationen eingefangen. Lust, Begehren und die natürliche Schönheit des Leiblichen, unter den Poren pulsierende Körperlichkeit, begleiten den Betrachter als Leitmotiv von "flüsternden Szenen" und überlebensgrossen männlichen und weiblichen Torsi zu stark kontrastierten Figuren, die nachdenklich sinnen und Körperfragmenten und -landschaften, die Sinnlichkeit und Sehnsucht auslösen.

 
Surfacevalue XVIII

 
Surfacevalue XX

 Das klassisch dokumentierende Porträt ist der Einstieg zu einer immer tiefer forschenden Auseinandersetzung Rehsteiners mit seinem Gegenüber, die zum Ziel hat, das Innere (Geistige) durch den Körper sichtbar zu machen. Rehsteiner bewegt sich mit starkem Natur- und Kunstlichteffekt weg vom darstellenden hin zum sich selbst betrachtenden Porträt. Die Geschlechtszugehörigkeit wird Nebensache, die Fotografierten werden androgyn. Bin ich von etwas fasziniert, was mich bei nächstem Hinschauen brüskieren könnte? Gesichter, nackte Körper und Körperteile haben eine eigene Sprache. Das Schwarz-weisse nimmt ihnen das Fleischige und steigert, unsere Phantasie anregend, das Erotische und Sexuelle. Wenn Rehsteiner das für ihn noch Sichtbare auf den Film transponiert, geraten wir ins Spannungsfeld zwischen Sicht-, vermeintlich Sichtbarem und Unsichtbarem. Während der fotografierte Jüngling oder Mann, die Frau oder das Kind stets ihre Integrität bewahren, werden wir zwischen Realität und Phantasie in Atem gehalten.

Obwohl gelegentlich bis zur Unkenntlichkeit zerlegt, lässt der Künstler die Menschen, die ihm vis-à-vis stehen, sitzen, knien oder liegen, nie zum Objekt verkommen. Er schält vielmehr das Entscheidende, das Innere dieser Begegnung, dieses gegenseitig sich Ausliefern sowohl vor wie hinter der Kamera, heraus auf die vibrierende Oberfläche. Jede Bildkomposition ist ein einmaliger Augenblick, eine Ein-Sicht. Die erstaunliche Wirkung wird verstärkt im Wissen darum, dass Rehsteiner kein Werk beschneidet oder in der Dunkelkammer nachbehandelt. Sich auf Rehsteiners Arbeiten einzulassen, hält gefangen, da die Fotografien die dem Medium eigene Unmittelbarkeit besitzen.

 

Galerie Wolfbach, Kantonsschulstrasse 3, 8001 Zürich: 28. Mai - 16. Juli 1999, geöffnet Mo - Fr 8.30 - 21.30 Uhr, Sa 8.30 - 16.00 Uhr

Zürich, April / Mai 1999

 

 

 

 

Vorsicht: Ansichten


Paso Doble I

Der Titel zur Ausstellung von Fotoarbeiten des jungen Zürcher Künstlers Thomas Rehsteiner kommt mit einer Warnung: "Vorsicht". Die Definition von "Ansicht" im dtv Konversationslexikon scheint recht harmlos: "Ansicht: Abbildung eines Gegenstandes, nach Lage der Bildebene unterschieden in Hauptansicht (von vorn), Seitenansicht (von der Seite), Draufsicht (von oben)." Warum die Warnung?


Paso Doble X

Die grossformatigen "Paso Doble" Bilder sind Doppelbelichtungs-Aufnahmen. Sie vermitteln entweder zwei Ansichten (meist Haupt- oder Seitenansichten) der gleichen Person oder zeigen je eine Ansicht von zwei Modellen, die überlagert sind. Die Aufforderung zur Vorsicht kann verstanden werden als Aufforderung zum nochmaligen Hinschauen: da ist "more than meets the eye", mehr als wir auf den ersten Blick vermeinen, gesehen zu haben. Da ist neben oder im lachenden Gesicht ein anderes mit einem nachdenklichen Ausdruck erkennbar; der Schalk im Auge mag zwar ein Bild dominieren bis wir der Traurigkeit und Verlorenheit gewahr werden, welche die zweite Belichtung auszeichnen; zwei Münder sind sofort erkennbar, aber wo sind die vier Augen? Im Prozess des Hinsehens entdecken wir neue Dimensionen, andere Facetten der abgebildeten Personen.


Paso Doble II

Die gezeigten Bilder sind eine logische Weiterentwicklung im Werk Rehsteiners, der schon immer davon fasziniert war, was hinter der "Hauptansicht", hinter der Fassade oder Maske des Menschen zu entdecken ist. Das Innen, die Auseinandersetzung mit dem Essentiellen, aber letztlich Unfassbaren des Menschseins ist, was ihn interessiert. Die Doppelbelichtung bietet ihm Möglichkeit, verschiedene Aspekte oder Ebenen des Menschen zu zeigen, immer wissend, dass da noch ungezählte andere möglich sind. Die Vielschichtigkeit der menschlichen Existenz wird hier thematisiert, wobei die Zweidimensionalität der Fotografie ins plastisch Fassbare vorzudringen scheint. Wenn zwei Personen im Bild überlagert sind, stellt sich zusätzlich die Frage der Relation zwischen den beiden: Besteht überhaupt eine Beziehnung, was für eine, oder könnte es ein Hinweis darauf sein (vor allem in den Aufnahmen wo der Fotograf sich selber als zweites Modell ins Bild setzt), dass der Mensch immer Aspekte der eigenen Persönlichkeit auf einen andern projiziert? Sind Porträts schlussendlich immer Selbstporträts?

   

Out of the Blue VI

Die "Out of the Blue" Serie bringt zusätzliche Fragen der Identitätsbestimmung zur Diskussion. Zwei identische Aufnahmen werden einander gegenübergestellt, wobei in einer die Figur ausgeschnitten und mit blau unterlegt wurde. Was passiert? Welche Rolle spielt des Umfeld? Was für Informationen liefert der Gesichtsausdruck oder die Bekleidung einer Person zum Verständnis des Ablaufs, einer Geschichte? Nehmen wir das Umfeld besser wahr oder die Situation der Figur, wenn wir nicht abgelenkt werden durch Details? Wie beeinflusst der Verlust der dritten Dimension in der ausgeschnittenen Figur unsere Wahrnehmung? Verändert die zur blauen Fläche reduzierte Figur das Umfeld oder umgekehrt? Löst die gesichtlose blaue Figur die gleichen Assoziationen aus wie die andere? Informiert das eine Bild das andere im Sinne einer Ergänzung? Die Fragen deuten auf die Vielschichtigkeit des Wahrnehmungsprozesses im Erfassen eines Bildinhaltes.

   

Out of the Blue VII

In der betrachtenden Auseinandersetzung mit den Fotografien spüren wir die Intensität der Beziehung zwischen Fotograf und Modell. Vergleichbar dem alchemistischen Prozess, aus dem ein nicht vorausbestimmbares Drittes hervorgeht, geschieht etwas zwischen Fotograf und Modell, das in der aussergewöhnlichen Ausdrucksstärke der vorliegenden Bilder resultiert. Und der Besucher ist gewarnt: "Vorsicht: Ansichten": der alchemistische Prozess findet auch statt zwischen Bild und Betrachter.

Martha Stevns